Rechtsstatus der ALEVI

Die Österreichischen Aleviten konnten sich am 22. Mai 2013 über ihre Anerkennung als Religionsgemeinschaft freuen, welche mit einer Vielzahl von Rechten verbunden ist bzw. welche den Weg zu etlichen Rechten geebnet hat. Dieser historische Status, einzigartig auf der Welt, wird hoffentlich beispielgebend sein sowohl für die Türkei als auch für andere Staaten mit alevitischem Bevölkerungsanteil.

Wir, als die ALEVI, sind für die in Österreich lebenden Aleviten in Sachen der religiösen Rechte die rechtliche und einzig legitimierte Vertretung.

Die ALEVI gliedert sich in den Bundesvorstand, den Zentralen Glaubensrat und in neun Glaubensgemeinden, die für jeweils ein österreichisches Bundesland zuständig sind. Der Vorsitzende des Zentralen Glaubensrates ist automatisch der Vorsitzende der Glaubensgemeinschaft ALEVI.

Die Zentrale der Glaubensgemeinschaft hat Ihren Sitz in Wien.

 

ZIELE DER GLAUBENSGEMEINSCHAFT

  • Die Hauptaufgabe der ALEVI besteht in der lebendigen Erhaltung des Alevitentums (= des alevitischen Glaubens, Kultur und Philosophie) sowie Betreuung und Erziehung ihrer Mitglieder nach der alevitischen Glaubenslehre.

  • Die ALEVI betätigt sich in der Errichtung von Gebetshäusern, Kulturzentren sowie Bildungs- und Sozialeinrichtungen. Zu diesem Zweck organisiert sie diverse Bildungs- u. Benefizveranstaltungen.

  • Die ALEVI bemüht sich um die Erziehung der alevitischen Jugend im Sinne des Alevitentums und auf der Grundlage demokratischer, säkularer, sozialer und moderner Werte unter Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten. Jede Art von Diskriminierung und insbesondere Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Fanatismus sowie Fundamentalismus widersprechen der alevitischen Glaubenslehre.

  • Die ALEVI richtet Ausschüsse und Gremien zur wissenschaftlichen Erforschung der historischen Entwicklung des Alevitentums ein. Zu diesem Zwecke organisiert sie auch Konferenzen, Symposien, Seminare, Podiumsdiskussionen, Kurse und Pressekonferenzen und betätigt sich in der Herausgabe von Publikationen sowie Errichtung von Bibliotheken.

  • Die ALEVI bietet nach Maßgabe der gesetzlichen Möglichkeiten in österreichischen Institutionen (Krankenhäuser, Gefängnisse u.a.) seelische Betreuung und Begleitung nach den Grundsätzen des Alevitentums an.

  • Die ALEVI erteilt Religionsunterricht nach Maßgabe der gesetzlichen Möglichkeiten in österreichischen Schulen.

  • Die ALEVI fordert ihre Mitglieder zum friedlichen Zusammenleben mit Menschen unterschiedlichen religiösen Bekenntnisses und kultureller sowie ethnischer Herkunft auf.

  • Die ALEVI fördert die Integration der Aleviten in die österreichische Gesellschaft unter Bewahrung des Alevitentums.

  • Die ALEVI achtet die Demokratie, den Rechtsstaat sowie die österreichische Verfassung und führt ihre Aufgaben und Handlungen im Rahmen der in Österreich gültigen Gesetze durch. Die ALEVI räumt zugleich der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) einen hohen Stellenwert ein.

  • Die ALEVI fördert karitative Tätigkeiten und betätigt sich im Bereich der Seniorenbetreuung, Kindererziehung, Jugendarbeit und Fürsorge für hilfsbedürftige Menschen und benachteiligte Gruppen (z. B. Obdachlose, MigrantInnen u. AsylwerberInnen).

  • Die ALEVI unterstützt Bemühungen um die gesetzliche Anerkennung des Alevitentums in der Türkei und anderen Ländern durch Unterstützung einer gesicherten rechtlichen Stellung.