(+43) 0660 285 26 24 schulamt@aleviten.at

Alevitische Feiertage

Alevitische Schülerinnen und Schüler können an religiösen Festtagen, wie dem Opferfest, dem Aşure-Tag, Gadir Hum Tag, Hizir-Fest bzw. dem Nevruz-Fest schulfrei bekommen wenn in ihren Zeugnissen als Religionsbekenntnis ALEVI eintragen ist.

.

2019

2020

2021

2022

2023

Hizir Fasten:

14.02.2019 13.02.2020 11.02.2021 10.02.2022 09.02.2023

Nevruz Fest:

21.03.2019 21.03.2020 21.03.2021 21.03.2022 21.03.2023

Gadir Hum:

19.08.2019 07.08.2020 27.07.2021 17.07.2022 06.07.2023

Opferfest:

11.08.2019 31.07.2020 20.07.2021 10.07.2022 29.07.2023

Asure Fest:

12.09.2019 01.09.2020 21.08.2021 10.08.2022 30.07.2023

 

HIZIR-FEST

Jedes Jahr wird die zweite Februarwoche als die „Woche von Hızır“ gefeiert. Hızır (Chidir, Chadhir, Khizer) ist der unsterbliche Heiliger und Schutzpatron. Er kommt allen in der Not zur Hilfe. Er wird mit den Worten „Eile herbei Hızır!“ gerufen. Aleviten glauben daran, dass die Heiligen Brüder Hızır und Ilyas als Propheten gelebt und das so genannte „Wasser zur Unsterblichkeit“ getrunken haben, um den Suchern und Wanderern auf dem mystischen Pfad zu helfen. Nach diesem Glauben kommt Hızır am Land und Ilyas auf dem Meer zur Hilfe. Sie helfen allen bzw. retten alle, die in Not geraten sind und „von ganzen Herzen“ um Hilfe rufen. Sie bringen den Menschen Glück und Wohlstand. Nach einer Erzählung soll Hızır das erste Mal von Gefährten Noahs zur Hilfe gerufen worden sein und das mit Menschen voll beladene Schiff bei der Seekatastrophe geschützt haben. Nachdem das Schiff die dreitägige Katastrophe überstanden hatte , sollen die Geretteten drei Tage lang gefastet haben, um Hızır ihre Dankbarkeit zu beweisen.

In Anatolien stellt man sich Hızır als einen weißbärtigen Mann auf einem Schimmel vor, den man mit den Worten „Eile herbei lieber Hızır! „ ruft. Im Volksmund wird er `Auf dem Schimmel reitender Hızır´ „bozatlı hızır“ genannt und über ihn werden zahlreiche Geschichten erzählt. Hier stellt man eine Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Weihnachtsmann Santa Claus fest.

In der Hızır- Woche bereitet man am Abend eine spezielle Speise (kavut) aus Weizen und Wasser vor, die über Nacht ruht. Jedes Familienmitglied wünscht sich etwas Besonderes. Man glaubt, dass die Wünsche in Erfüllung gehen, wenn Hızır über Nacht ein Zeichen (Segen) auf den Speisen hinterlässt. Diese Speisen werden am nächsten Tag an die Nachbarn verteilt. Jeder möchte alle Speisen kosten, damit sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, die Speise zu erwischen, die der Hızır gesegnet hat.

Hızır als Begriff nimmt einen großen Platz im Alltag ein. Viele Aleviten legen ihre Gelöbnisse im Namen von Hızır ab und bitten um etwas im Namen von Hızır. „Hızır sei Dank“, „Hızır möge kommen“, „Es möge das Mahl von Hızır sein“ u. a. sind einige bekannte Sprüche. In manchen Gegenden wird Kindern, Bergen, Seen, Wegen u. a. der Name Hızır gegeben. Es gibt sogar ein religiöses Semah-Rituale Namens „Hızır semahı“.

Auch in Österreich bereiten sich die alevitischen Gemeinden für diese Feier vor. Die Räumlichkeiten werden gründlich gereinigt bzw. geputzt. Man glaubt, dass Hızır die ordentlichen und sauberen Orte besucht. Die alevitischen Ortsgemeinden organisieren in Deutschland während der Fastenzeit mindestens ein Gottesdienst (Hızır cemi) in den Cemhäusern, wobei die Hızır- Zeremonie im Mittelpunkt steht.

In dieser Woche wird von Dienstag an drei Tage lang gefastet. Am letzten Tag wird in der Wohnung und vor der Haustür für die Feier geputzt. Am Abend werden die vorbereiteten Speisen an den heiligen Gedenkstätten bzw. Cemhäusern mit allen Besuchern gemeinsam verspeist. Am Freitagabend werden auf den Friedhöfen in der Umgebung Kerzen angesteckt und zu Hause den Kindern Geschichten von Hızır erzählt.

 

NEVRUZ-FEST

Ali als Heiliger gehört zum Glaubensbekenntnis der Aleviten: „Es gibt keinen Gott außer Gott, Mohammed ist der Gesandte Gottes und Ali ist der Freund Gottes“. Aleviten glauben, dass Ali als Heiliger am 21. März 598 n. Ch. in Mekka zu Neujahr (Nevruz) geboren wurde. Aus diesem Grund feiern Aleviten den 21. März als den Geburtstag des Heiligen Ali.

Ali war der Vetter des Propheten Hz. Mohammed und durch seine Ehe mit Fatima der Tochter des Propheten auch dessen Schwiegersohn. Hz. Ali und Fatima hatten zwei Söhne, Hasan und Hüseyin. Schon als Zehnjähriger soll er dem Propheten im Glauben gefolgt sein. Nach der Ermordung Othmans, der den bis dahin mündlich überlieferten heiligen Koran hatte aufschreiben lassen, wurde Ali in Medina zum vierten Kalifen gewählt. Gegen diese Wahl rebellierten Verwandte des Othman in Syrien. In den dann folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen unterlag Ali und musste sich nach Kufa im Irak zurückziehen, wo er 661 ermordet wurde.

Ali wurde schon als Einjähriger von Mohammed erzogen und er unterstützte Mohammed bei der Verkündung und Verbreitung des Ursprungsislam. Sein Gedankengut wurde später in zwei Büchern zusammengefasst: Nehc-ül Belaga und Divan-i Ali. Ali trat in seinem Leben für Gerechtigkeit und für ein unverfälschtes Wissen ein. Aus diesem Grund nennt man ihn das „Tor des heiligen Wissens“..

Der 21. März wird in den alevitischen Gemeinden als Gedenktag gefeiert. Sie organisieren am Abend ein gemütliches Beisammensein (muhabbet) und dabei wird das Leben von Heiligen Ali und seine Lehre vorgetragen, sowie seine Bedeutung in der Gegenwart herausgearbeitet.

 

OPFERFEST

Das Opferfest (Kurban Bayramı) hat für die Aleviten wie für alle islamischen Konfessionen eine wichtige Bedeutung. Aus sozialer Sicht wird als Dank z.B. ein Lamm geschlachtet und das Fleisch unter den Armen und Bedürftigen verteilt.

Das Opferfest geht auf den Propheten Abraham (Ibrahim) zurück. Ihm wurde von Gott auferlegt, ihm seinen Sohn Ismail zu opfern. Dies war jedoch eine Prüfung für Abraham. Bevor er tatsächlich Ismail opfern wollte, wurde ihm mitgeteilt, dass ihm ein Nutztier zukommen wird, um es zu opfern. Abraham hat diese Prüfung bestanden. Daher wird dieses Fest zur Dankbarkeit an Gott gefeiert. Dieses viertägige Fest wird im Folgejahr immer um zehn Tage vorgezogen, da es vom Mondkalender bestimmt wird.

Aus theologischer Sicht ist der Kurban-Ritus, sprich das Schächten von Nutztieren und deren Blutvergießen kein Akt der Annäherung an Gott selbst, denn nur die Ehrfurcht (Takva) in den Herzen der Gläubigen führt sie näher zu Gott. Der Mensch erkennt, dass alles im Universum und im Leben geschaffene den Menschen „dient“, so wie z.B. der Verzehr des Fleisches von Nutztieren.

Der Mensch jedoch wurde erschaffen, um Gott (oder wie im Alevitentum „den Geliebten“) zu erkennen und Ihm zu dienen.

Der Mensch soll mit der Opferung eines Nutztieres Gott gedenken, Ihm dafür danken, dass Er den Menschen dieses Glück gab, durch Gottesgaben am Leben bleiben zu können. Darüber hinaus möge derjenige, der ein Tier in Gottgedenken opfert, der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes bewusst werden und diese Barmherzigkeit anderen Menschen weitergeben, indem man das Fleisch zuerst Armen und Bedürftigen spendet.

 

ASURE-FEST

Nach dem 12-tägigen Muharrem- Fasten wird eine Süßspeise (Aşure) gekocht und als Symbol der Dankbarkeit im familiären und sozialem Umfeld verteilt und/oder gemeinsam gegessen. Alevitinnen und Aleviten bringen mit der Süßspeise Aşure ihren Dank zum Ausdruck. Zeynel Abidin, der Sohn von Imam Hüseyin überlebte das Massaker in Kerbela, weil er aufgrund einer Erkrankung die Reise nach Kufa nicht antreten konnte und zu Hause bleiben musste.

Aşure ist eine, aus zwölf verschiedenen Zutaten bestehende, Süßspeise. Die Zutaten können variieren, müssen jedoch zwölf an der Zahl sein, denn diese symbolisieren die 12 Imame. In der Regel wird sie aus Weizen, Bohnen, Saubohnen, Kichererbsen, Kastanien, Haselnüssen, Pistazien, Mandeln, Sultaninen, Feigen, Aprikosen und Walnüssen zubereitet.

 

GADIR HUM – Ausrufung Alis als Nachfolger Mohammeds

Tag von Gadir Hum: ist der 18. Zilhicce eines jeden islamischen Kalendertages.

An diesem Tag (16. März 632 n. Chr. / 18.Zilhicce 10 nach islamischer Zeitrechnung) wurde Ali von Mohammed zum Mevla (dt.: Gebieter, Schutzfreund) der muslimischen Gemeinschaft ernannt. Dieser Tag wird auch Gadir Hum Fest genannt. Nach einigen Aussagen der 12 Imame ist es empfohlen, an jenem Tage zu fasten.