Der Wiener Religionsrat, der unter der Federführung der Stadt Wien gegründet wurde, hat sich in seiner am 29. Januar 2026 unterzeichneten Grundsatzerklärung ausdrücklich auch gegen „Antialevitismus“ positioniert, der gegen den Grundsatz der Gleichheit und Gerechtigkeit verstößt. Diese Entwicklung bedeutet, dass zum ersten Mal weltweit auf der Ebene einer Hauptstadtverwaltung in einem offiziellen und unterzeichneten Dokument die Feindseligkeit gegenüber Alevitinnen und Aleviten eindeutig verurteilt wurde.
An dieser historischen Sitzung, an der auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig teilnahm, wurden humanitäre Grundwerte wie Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und die Gleichwertigkeit der Geschlechter als Grundlage herangezogen und eine gemeinsame sowie entschlossene Haltung gegen die Ausnutzung von Religionen für politische Zwecke, gegen Diskriminierung und Hass eingenommen.
In der Erklärung hat sich der Religionsrat klar gegen Rassismus, Antisemitismus, Feindseligkeit gegenüber Alevitinnen und Aleviten, Islam- und Christenfeindlichkeit, religiös motivierte Gewalt, Ausgrenzung sowie Feindseligkeit gegenüber Religionen ausgesprochen. Dies ist nicht nur eine Absichtserklärung, sondern auch eine offizielle Verpflichtung, die mit öffentlicher Verantwortung einhergeht.
Dieser Schritt bedeutet, dass der seit Jahrhunderten ignorierte, übersehene und oft nicht benannte Hass gegen Alevitinnen und Aleviten nun auf internationaler Ebene benannt und anerkannt wird. Dies ist ein sehr wichtiger Schritt für Würde, Rechte, gleiche Staatsbürgerschaft und Sichtbarkeit der alevitischen Gemeinschaft.
Wien, 03.02.2026
Fotos: Stadt Wien/Bubu Dujmic

